Es war einmal...

... ein verschlafenes Fleckchen Erde das durch Gustav Meyer, damals ein junger Gartenmitarbeiter Lennés in Sanssouci, zu einer wunderschönen Parklandschaft – dem Volkspark Friedrichshain - umgestaltet wurde. Der Volkspark Friedrichshain sollte der erste kommunale Park Berlins sein der nicht für den Adel, sondern eigens für das Volk geschaffen wurde.

Der Verlobungsring

Um 1900 wurde der Gedanke des Neuen Hains als Sportstätte zunehmend in den Fokus der Nutzung gestellt. Es entstand ein Sportplatz mit 400 Meter Laufbahn, im Volksmund Verlobungsring genannt.

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Die Entstehung des Neuen Hains

Da Teile des ursprünglichen Volksparks im Jahr 1868 für den Bau des ersten städtischen Krankenhauses, dem heutigen Klinikum im Friedrichshain, benötigt wurden, wurde der Park 1874/75 als Ausgleich um die Flächen des heutigen Neuen Hains erweitert. Auf dem neuen Areal des neuen Friedrichshain schuf Meyer, später in seiner Position als Gartendirektor Berlins, einen von Linden umstandenen ovalen Freiraum von 250 Meter Länge und 100 Meter Breite, ein „Spielplatz“ der zunächst nur für den Schulsport dienen sollte: das Hippodrom im Neuen Hain.

Das Friesenstadion

Nach dem Krieg lag Berlin lag in Trümmern, der Neue Hain war eine Kraterlandschaft, sodass umfangreiche Aufschüttungen nötig wurden. Schon bald wurde entschieden den Neuen Hain zu einerSportstätte weiter zu entwickeln. In nur 156 Tagen bauten die Berliner in „freiwilligen“ Aufbauschichten das Friedrich-Friesen-Schwimmstadion um es anlässlich der III. Weltfestspiele der Jugend in Ostberlin im Jahr 1951 zu eröffnen. Benannt wurde das Stadion nach einem schwimmfreudigen Zeit- und Kampfgenossen Turnvater Jahns und Freiheitskämpfer gegen Napoleon in den 1800ern. Das Sportgelände enthielt beim Bau für die Schwimmer ein 50-Meter-Schwimmbecken, ein Sprungbecken und ein Flachbecken. Für die Zuschauer standen Tribünen für 8.000 Gäste zur Verfügung. 1958 schwamm Karin Beyer im Friesenstadion über 100 Meter Brust den ersten Schwimmweltrekord der DDR. Im Laufe seiner Existenz wuchs der Komplex. Er wurde erweitert um ein öffentliches Freibad, Leichtathletikanlagen, ein Ruderhaus, einen Ballettraum für Wasserspringer und ein Gewichtheberhaus. 1963 bekam das Bad eine transportable Überdachung, um Wintertraining zu ermöglichen. Da die Überdachung aber ohne ausreichende Lüftung konzipiert wurde, herrschten in der Halle tropische Zustände, mit feuchter, warmer Luft, die voller Chlorverbindungen war. Die Bausubstanz litt, das Ende des Bads begann. 1987 sperrte die Bauaufsicht weite Teile des Tribünenbereichs. Nach der Wende schritt der Verfall voran, sodass 1998 die die Schließung des öffentlichen Bereichs erfolgte. 1999 wurde das Friesenstadion abgerissen.

Die Neugestaltung des Neuen Hains

Nach dem Rückbau des Friesenstadions ist der Neue Hain als wichtiger Teil des Volkspark Friedrichshain nach dem Vorbild Meyers und Lennés in moderner Form neu erstanden. Eine Laufstrecke von 820 Meter Länge und eine befestigte Strecke für Skater in Stadionform bilden nun den äußeren Ring. Anstelle der historischen Lindenbepflanzung säumen heute Eichen den Parcours. Im Zentrum befindet sich, nach dem Vorbild antiker Stadien, ein tiefer liegendes Wiesenareal. Dort liegen auch Beachvolleyballspielfelder mit Sand. Neben diesem Areal steht ein blockartiger Kletterfelsen. Der Neue Hain bietet zudem mit der an den Volleyballfeldern angrenzenden Grillwiese die einzige Möglichkeit legalen Grillens im Volkspark Friedrichshain. Durch die angenehme Atmosphäre des Neuen Hains ist der Bereich des Volksparks heute besonders an den Wochenenden von Menschen jeden Alters stark frequentiert. Er gehört zu den meist besuchten Parkarealen in Berlin.

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Quellen:

https://blog.inberlin.de/2012/03/volkspark-friedrichshain/

www.berlin.de/sehenswuerdigkeiten/3560363-3558930-volkspark-friedrichshain.html

www.berlin.de/landesdenkmalamt/denkmale/gartendenkmale/volkspark-friedrichshain-848917.php

www.iberty.net/2019/08/friesenstadion-friedrichshain-rekord-schwimmbad-ddr.html

https://vimudeap.info/de/atlas/friesenstadion-berlin-friedrichshain/comments/ und wikipedia